Scalping – die Strategie der kleinen Schritte

Bekanntlich führen auch kleine Schritte irgendwann einmal zum Ziel, und das ist auch im Handel mit binären Optionen der Fall. Viele Trader können auch gar keine allzu großen Schritte machen, weil ihnen vielleicht das nötige Kapital fehlt, für diese Trader ist die sogenannte Scalping Strategie eine gute Idee. Hier zählen nur die kleinen Schritte, und da die Scalping Strategie sehr einfach anzuwenden ist, erfreut sie sich einer immer größer werdenden Fangemeinde.

 

Für wen lohnt es sich mit der Scalping Strategie zu traden, und wie funktioniert diese Strategie, mit der vor allem beim Handel mit Währungen gute Gewinne erzielt werden können?

 

Wie funktioniert die Scalping Strategie?

fragezeichenWer noch keine große Erfahrung im Handel mit binären Optionen gemacht hat, der wünscht sich eine Strategie, die sich einfach anwenden lässt. Beim Scalpen kommt es immer darauf an, möglichst viele kleine Trades zu setzen, die sich dann im Endeffekt zu einem großen Profit addieren. Trader, die sich für die Scalping Strategie entscheiden, müssen folgende Dinge beachten:

 

  • Gut funktioniert die Scalping Strategie: beim Handel mit Währungen
  • und viel Erfolg verspricht sie: wenn es sich um Währungspaare handelt, die volatil sind, wie das zum Beispiel bei Euro und US-Dollar sowie britischem Pfund oder japanischem Yen und Dollar der Fall ist.

 

Der Zeitrahmen sollte maximal zwischen einer und fünf Minuten liegen, denn dann ist es für den Trader deutlich einfacher, den Überblick zu behalten. Optimal ist die Handelszeit während der europäischen und der asiatischen Session, und der Trader muss sich während des Handels sehr genau konzentrieren und sich Zeit lassen.

 

 

Scalping und binäre Optionen

Geöffnet wird eine Long Position in Euro und britischem Pfund, und der Spread beträgt zwei Pips. Die Stopp-Loss Position liegt dabei bei zehn Pips. Nach 20 Sekunden ist die Position aber bei zwei Pips im Gewinn und der Trade wird geschlossen. Der Gewinn beträgt zwei Pips.

 

Natürlich lässt sich dieses Beispiel immer wieder variieren, wichtig ist aber, dass die Zahl der Pips klein bleibt, denn nur dann kann die Scalping Strategie erfolgreich eingesetzt werden.

 

Scalping als Strategie im Trading

upScalping ist ein bekannter Begriff aus dem Trading, der direkt von der Wall Street in die privaten Trader-Rooms Einzug gefunden hat. Der Begriff leitet sich vom altindianischen Brauch ab, die Scalps ihrer Feinde abzutrennen und als Trophäen zu behalten. Wobei man jedoch annimmt, dass dieser Brauch von den Azteken übernommen wurde. Im Laufe der Geschichte florierte in den USA ein regelrechtes Geschäft mit Scalps von Indianern, das aus anfänglichen Scalpprämien während der Bürgerkriege resultierte.

 

„Skalpieren“ wird umgangssprachlich allerdings auch auf dem Schwarzmarkt für den Wiederverkauf von Tickets oder Konzertkarten verwendet, das dem Scalping im Trading schon wesentlich näher kommt. Im Trading wird mit Scalping eine sehr kurzfristige Handelsstrategie bezeichnet. Der schnelle Schnitt wird quasi mit dem schnellen und kurzen Profit verglichen.

 

Eine genaue Definition über die Kurzfristigkeit eines Scalp-Trades gibt es allerdings nicht. Scalping steht daher mittlerweile als allgemeiner Begriff für das kurzfristige Trading, denn einige handeln nur wenige Sekunden, andere wiederum einige Minuten. Andere wiederum sind eine halbe Stunde investiert und nennen ihren Stil ebenfalls Scalping. Bleiben wir für unser Strategiebeispiel flexibel, was die Haltedauer anbetrifft, gehen allerdings davon aus, dass wir eine Position nicht länger als 10 Minuten halten.

 

Aufbau eine Strategie für das Scalping

candlesticksDas Ziel im Scalping ist es innerhalb weniger Minuten einen Profit zu erreichen. In liquiden Märkten wie Währungen oder Indizes, sollten die Chancen in der Anzahl höher sein. Andererseits sind auch die Schwankungen sehr breit. Bevor man sich an das Scalping macht, kommt man daher an einer eingehenden Analyse nicht vorbei. Wie geht man dabei vor?

 

Man kann zum einen gleich den kurzfristigen Chart analysieren und ihn auf bestehende Trends und damit relevante Kauf- und Verkaufszonen untersuchen. Empfehlenswert ist es jedoch mit der Analyse des langfristigen Charts zu beginnen. Warum? Weil sich auf längerfristiger Basis wichtige Zonen erkenntlich zeigen, die im kurzfristigen Chart nicht zu sehen sind.

 

Übersieht man diese Zonen, kann es dazu kommen, dass man fälschlicherweise einen falschen Entry wählt. Der Entry im Scalping ist jedoch sehr wichtig. Da man die Position nur einige Minuten hält, ist auch das Risikomanagement in Form von Stops sehr kurz gewählt, was unter Berücksichtigung der breiten Schwankungen schnell erreicht werden kann. Man fängt in der Regel mit der Analyse des Tagescharts an. Beispielhaft zeigt das untere Chart welche Zonen im EURUSD Kurs in der nahen Vergangenheit relevant waren.

 

Scalping 1

 

Es gilt auch im kurzfristigen Handel auf diese Zonen acht zu geben. Auch die etwas schwächeren Widerstände und Unterstützungen sollten beachtet werden. Im Chart beispielsweise mit horizontalen grünen Linien gezeichnet.

 

Es fällt auf, dass innerhalb der großen Aufwärtsrange aktuell ein Aufwärtstrend besteht (rote Trendlinie). Dieser Trend fand jedoch einen Widerstand genau in dem Bereich wo ein wichtiges Hoch verlief. Wer hier auf kurzfristiger Basis nicht acht gegeben hat und in Richtung des Trends gehandelt hat, wurde auf dem falschen Fuß erwischt.

 

Im zweiten Schritt kann der Scalp-Trader mit dem Zeitfenster runter gehen, z.B. auf das 4-Stunden Chart. Und jetzt wird auch sichtbar, warum die Analyse des Tagescharts so wichtig war. Das relevante Hoch, an dem der Kurs abgeprallt ist, ist im 4- Stunden Chart gar nicht zu sehen. Der Aufwärtstrend ist im 4-Stunden Chart allerdings noch deutlicher zu erkennen.

 

Scalping 2

 

Die Fragen, die sich der Trader nun stellt sind: Wird der Kurs wie gewohnt an der unteren Trendbegrenzung drehen und den Trend fortsetzten oder bricht er diesmal durch? Und, wie kann er die zwei Möglichkeiten jeweils mit einem Scalp-Trade handeln?

 

Im allgemeinen geht man davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit für ein Fortsetzen des Trends zunächst mal höher ist als für den Durchbruch. Nun, so genau kann man das jedoch nicht immer sagen. Dass der Kurs jedoch, vorausgesetzt es gibt keine gravierenden fundamentalen Gründe, eine kurzfristige Unterstützung findet, dafür ist die Wahrscheinlichkeit allerdings sehr hoch. Für einen Scalp-Trader ist das oft Grund genug seine Strategie darauf aufzubauen. Die Strategie wäre es daher, sich an der Trendlinie zu positionieren und kurz darunter abzusichern. Andererseits könnte er bei einem Durchbruch auf einen Retest der Trendlinie warten und sich dann in derselben Weise, nur in die andere Richtung positionieren, den StopLoss dabei oberhalb der Trendlinie. Das folgende Chart umreisst die Ideen grob.

 

Scalping 3

 

Scalping in der Praxis

lupeIn der Regel sind die Strategien der Profis um weitere Parameter optimiert. Dazu gehört beispielsweise das Risiko- und Moneymanagement. Im Rahmen des Risikomanagements wird festgelegt, wieviel Verlust pro Trade akzeptierbar ist und das entweder über den Einsatz oder den Abstand zum StopLoss geregelt. Akzeptiert der Händler beispielsweise einen Verlust von 150 Euro und beträgt ein Pip 10 Euro, so dürfte der StopLoss 15 Pips vom Kaufkurs entfernt liegen.

Dazu könnte der Scalper nach folgenden Regeln vorgehen, wenn er seine Strategie umsetzt:

 

  • Analyse der Tages-, 4 Stunden und des 15 Minuten Chart
  • Handel aus dem 15 Minuten Chart
  • Kauf EUR/USD wenn Trendlinie erreicht
  • Einsatz 0,5 % des vorhandenen Kapitals mit StopLoss 15 Pips und Ziel 25 Pips

 

Scalping 4

 

Das Ziel mit 25 Pips und einem Verlustrisiko von 15 Pips stellt ein CRV (Chancen-Risiko-Verhältnis) von 1,7 dar und ist damit durchaus vielversprechend. Sicherlich könnte man jetzt auch darauf spekulieren, dass der Trend sich weiter fortsetzt und viel mehr als 25 Pips dabei rausholen. Doch das ist nicht die Idee, die hinter dem Scalping steht. Zur Erinnerung, wir wissen nicht ob der Trend sich weiter fortgesetzt oder ein Durchbruch entsteht. Womit wir aber rechnen können, ist zumindest ein kurzfristiges Reversal und darauf setzt der Scalp-Trader, nicht auf den Handel von Swings oder längeren Trends.

 

Fazit- Scalping benötigt ein striktes Risikomanagement

Die oben genannten Beispiele sind nur einige der möglichen Strategien im kurzfristigen Handel von Währungen, Rohstoffen oder Aktienindizes. Im Grunde genommen geht es auch im Scalping darum, relevante Kauf- oder Verkaufszonen zu finden. Dabei setzt das Scalping weniger auf die Trendfolge sondern auf kurze Reversal oder Durchbrüche.

 

Da die Trades sehr kurzfristig erfolgen ist ein striktes Risiko- und Moneymanagement essentiell. Am besten ist es, wenn die Order im vorhinein als Pending Order festgelegt werden. Pending Order greifen dann automatisch, wenn der vorher eingestellte Kurs erreicht ist. Beispielsweise können die StopLoss und die Profit Order im vorhinein eingestellt werden, während der Entry manuell erfolgt. Sicherlich kann man auch alle Order als Pending Order definieren und den Handel quasi automatisieren.

 

Doch wie auch bei anderen Strategien gilt, besonders im Scalping sollten längerfristige, relevante Widerstände und Unterstützungen Beachtung finden als auch besondere anstehende News, die die Märkte sehr stark bewegen könnten. In Anbetracht dessen, dass bei Veröffentlichung relevanter News Schwankungen sehr stark sein können, halten sich viele Scalp-Trader an diese Tagen mit dem Handel zurück.